Schwangerschaft und niedriger Blutdruck

Zu niedriger Blutdruck während der Schwangerschaft

Niedriger Blutdruck in der SchwangerschaftDamit der Körper der Frau den Anforderungen einer Schwangerschaft gewachsen ist, wird der Hormonhaushalt entsprechend umgestellt. Typischerweise kann es infolge der hormonellen Veränderungen zu morgendlicher Übelkeit und zu Kreislaufproblemen kommen.

Die Blutgefäße sind etwas weiter eingestellt als vor der Schwangerschaft, deshalb ist eine leichte Hypotonie (vor allem im ersten Trimester) nicht ungewöhnlich. Es ist von Frau zu Frau unterschiedlich, wie lange der Körper für die Phase der Umstellung benötigt, üblicherweise nehmen die Beschwerden aber ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel deutlich ab. Während ein leichter Abfall des Blutdrucks in der Schwangerschaft durchaus normal ist, können sehr niedrige Blutdruckwerte oder anhaltend niedrige Werte Mutter und Kind gefährlich werden. Leidet eine Schwangere unter zu niedrigem Blutdruck, muss dieser streng kontrolliert und im Auge behalten werden.

Denn ein dauerhafter Blutdruckabfall kann nicht nur der werdenden Mutter, sondern auch dem ungeborenen Baby schaden. Und wenn es zu Ohnmachtsanfällen oder häufigem Schwindel aufgrund des niedrigen Blutdrucks kommt, sollte die Frau unbedingt den Arzt aufsuchen. Der Frauenarzt kontrolliert generell bei jeder Vorsorgeuntersuchung den Blutdruck . Sollten darüber hinaus die Blutdruckschwankungen zu stark werden, und die Symptome zunehmen, sollten die betroffenen Schwangeren ebenfalls unbedingt ihren Frauenarzt aufsuchen.


Beschwerden in Zusammenhang mit einer Hypotonie in der Schwangerschaft

Selbst ohne eine Schwangerschaft beklagen sich viele jüngere Frauen über niedrigen Blutdruck und hiermit einhergehende Beschwerden. Dies ist zwar teilweise unangenehm, aber eigentlich kein Grund, besorgt zu sein. Werden jedoch Frauen schwanger, die Blutdruckwerte um 110/60 mmHg aufweisen, sollte der Blutdruck unbedingt täglich kontrolliert werden. Dies gilt auch dann, wenn es in der Vergangenheit bereits zu Ohnmachten oder anderen Symptomen kam, die typisch für einen niedrigen Blutdruck sind.

Gerade im ersten Trimester können Schwindelattacken, Benommenheit und Sternchensehen auftreten. Ferner kann es zu Kopfschmerzen, Müdigkeit sowie kalten Händen und Füßen kommen. Wird ein anhaltend zu niedriger Blutdruck während einer Schwangerschaft nicht oder erst zu spät erkannt, kann es schlimmstenfalls soweit kommen, dass die Mutter kollabiert und/oder die Gebärmutter unzureichend durchblutet wird. Im Fall einer Ohnmacht oder eines Schwindelanfalls können Mutter und Kind erhebliche Verletzungen durch einen Sturz davontragen. Ist die Gebärmutter aufgrund der Hypotonie nur unzureichend mit Blut zu versorgen, kann eine Plazentainsuffizienz daraus resultieren.


Entstehung und Folgen einer Plazentainsuffizienz

Niedriger Blutdruck in der SchwangerschaftDie Plazenta, der Mutterkuchen, ist der Garant für die Entwicklung des Kindes. Die wichtigsten Aufgaben, die die Plazenta übernimmt, ist die Versorgung des Ungeboren mit Wasser, Sauerstoff, Nährstoffen und Vitaminen sowie die Entsorgung der Abfallprodukte des kindlichen Stoffwechsels. Kommt es zu einer Plazentainsuffizienz, ist die Funktion der Plazenta gestört.

Unter anderem wird das Kind nur noch unzureichend mit Nährstoffen und Sauerstoff versorgt. Sobald die Blutversorgung den Normalwert unterschreitet, ist zumeist der Mutterkuchen nicht groß genug oder es ist zu wenig Fruchtwasser vorhanden. Prinzipiell ist zwischen akuter und chronischer Plazentainsuffizienz zu unterscheiden. Jede akute Plazentainsuffizienz gefährdet das Leben des Ungeborenen. Innerhalb einiger Stunden oder auch nur binnen Minuten wird die Sauerstoffversorgung des Kindes unterbrochen und kann nicht wieder hergestellt werden. Die regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen dienen unter anderem dazu, eine sich entwickelnde akute Plazentainsuffizienz rechtzeitig mittels CTG und Dopplersonographie zu erkennen. Liegt tatsächlich eine akute Plazentainsuffizienz vor, wird versucht, die Ursache zu beseitigen. Falls das Vena-Cava-Syndrom verantwortlich ist, ist ein Lagewechsel angezeigt. Bei unmittelbarer Gefährdung des Ungeborenen entscheiden sich die Ärzte üblicherweise dazu, das Kind per Kaiserschnitt auf die Welt zu holen.

Die chronische Plazentainsuffizienz ist zwar nicht lebensgefährlich für das Kind, aber es kann beispielsweise zu Entwicklungsstörungen und gehemmtem Wachstum kommen. Die Entwicklung einer chronischen Plazentainsuffizienz dauert wesentlich länger als die der akuten Form: Es vergehen mehrere Tage oder sogar Monate, bis sich diese Art der Unterversorgung der Plazenta entwickelt hat. Auch eine chronische Plazentainsuffizienz lässt sich im Verlauf der regelmäßig wahrgenommenen Vorsorgeuntersuchungen erkennen, da der behandelnde Arzt mittels Ultraschall in bestimmten Abständen die Kindesentwicklung kontrolliert. Ist die chronische Plazentainsuffizienz auf eine bestimmte Erkrankung der Mutter oder auf Zigarettenkonsum zurückzuführen, lässt sie sich üblicherweise beheben: Die bestehende Krankheit sollte so behandelt werden, dass die Schwangerschaft normal beendet werden kann. Auf Genussmittel wie Zigaretten und Alkohol sollte jede Schwangere ohnehin vollständig verzichten.

Den Kreislauf wieder in Schwung bringen

Falls der Blutdruck nur ab und zu während der Schwangerschaft etwas zu niedrig ist, können hiervon betroffene Frauen selbst die Initiative ergreifen und den Kreislauf ein wenig anregen. Auf gar keinen Fall sollten Kreislauftropfen oder –tabletten das Mittel der Wahl sein. Selbst wenn derartige Medikamente vielleicht vor der Schwangerschaft gut vertragen wurden, sind sie während der Schwangerschaft absolut tabu, weil sie womöglich dem Fötus schaden könnten. Grundsätzlich sollte jede Schwangere viel trinken und keinesfalls zu salzarm essen. Das morgendliche Aufstehen darf ruhig etwas mehr Zeit beanspruchen; Wechselduschen helfen dem Kreislauf auf die Sprünge. Schonender Sport wie Laufen oder Schwimmen eignen sich bestens, um einem niedrigen Blutdruck und den hiermit verknüpften Beschwerden vorzubeugen. Gerade diejenigen Frauen, die während der Schwangerschaft mehrere Stunden täglich an einem Schreibtisch sitzen oder eine stehende Tätigkeit ausüben, sind gehalten, häufiger Pausen einzulegen. Etwas Gymnastik am Arbeitsplatz oder ein kleiner Spaziergang wirken der Bildung von Wasser in den Beinen entgegen. Um den Blutfluss nicht noch zusätzlich zu behindern, ist auf zu enge Hosen zu verzichten.

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