Hypotonie was sind die Ursachen?

Hypotonie – welche Arten von Hypotonie gibt es?

Der Fachausdruck Hypotonie (auch „Arterielle Hypotonie“ genannt) steht für einen Blutdruck, der sich unterhalb der definierten Normgrenze bewegt. Diese Normgrenze wird in Deutschland mit einem systolischen Blutdruck von 110 mmHG definiert. Im Gegensatz zum Bluthochdruck (Hypertonie) wird ein zu niedriger Blutdruck von vielen Medizinern als relativ ungefährlich eingestuft.

Ursachen der Hypotonie

Grundsätzliche Ursache ist das Missverhältnis zwischen dem im Körper zirkulierenden Blutvolumen und dem Gefäßvolumen. Dieses Missverhältnis wiederum kann durch ein zu geringes Blutvolumen im Körper bedingt sein, aber auch durch andere Ursachen wie beispielsweise einen zu geringen Rückstrom des Blutes zum Herzen oder einen verminderten Gefäßwiderstand. Auch Herzfehler, wie etwa eine reduzierte Pumpfunktion, können für die Hypotonie verantwortlich sein.was ist Hypotonie

Anhand der Ursache des zu niedrigen Blutdrucks unterscheidet man auch die verschiedenen Formen. Hier eine Übersicht:

Symptomatische Hypotonie

Ist die Ursache für den niedrigen Blutdruck klar erkennbar und definierbar, so spricht man von einer symptomatischen Hypotonie. Diese kann neben den bereits genannten Ursachen auch durch einen größeren Blutverlust infolge eines Unfalls, durch Erbrechen und Durchfall oder durch eine Nebennierenrindeninsuffizienz entstehen. Auch die Einnahme von Medikamenten kann sich blutdrucksenkend auswerten.

Orthostatische Hypotonie

Von der orthostatischen Version spricht man, wenn der Blutdruck ausschließlich beim Wechsel von einer sitzenden oder liegenden Körperhaltung in die aufrechte Körperhaltung abfällt. Es handelt sich hierbei also um eine Regulationsstörung des Blutdrucks. Sie entsteht, wenn der Körper die sogenannte Orthostase-Reaktion nicht bzw. nicht ausreichend selbst einleiten kann. Dieser Fachbegriff bezeichnet die Gegenregulation des Körpers bei der Veränderung der Körperhaltung in Bezug auf den Blutdruck.

Bei der orthostatischen Version wiederum unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Formen. Dabei kann die Gegenregulation des Körpers komplett ausbleiben, so dass es in diesem Zusammenhang zu einem starken Anstieg der Herzfrequenz kommt. Die Gegenregulation kann aber auch zu schwach ausfallen, so dass die Herzfrequenz gleich bleibt oder abfällt. In beiden Fällen kommt es zu einem starken Abfall des systolischen und des diastolischen Blutdrucks. Im dritten Fall ist die Gegenregulation des menschlichen Körpers zu stark. Dadurch kommt es zu einem Abfall des systolischen Blutdrucks, während die Herzfrequenz und der diastolische Blutdruck ansteigen.

Essentielle Hypotonie

Die am häufigsten auftretende Form des niedrigen Blutdrucks ist die sogenannte essenzielle Hypotonie. Dabei ist die Ursache für die körperliche Störung nicht klar einzugrenzen. Einige Mediziner gehen von einer gewissen genetischen Veranlagung aus, andere machen eine Sollwertverstellung für den niedrigen Blutdruck verantwortlich. Auffällig ist, dass die essenzielle Hypotonie vorwiegend bei jüngeren Frauen mit schlanker Statur auftritt. Sie macht sich durch kalte Extremitäten, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen sowie rasche Ermüdbarkeit und Konzentrationsschwäche bemerkbar.

Behandlungsmöglichkeiten

Ärzte empfehlen, zumindest bei einer länger bestehenden Hypotonie eine medizinische Abklärung der Umstände durchzuführen. In diesem Zusammenhang ist insbesondere zu eruieren, ob hinter dem zu niedrigen Blutdruck eine weitere, gefährlichere Erkrankung steht. Zur Diagnostik kann eine ausführliche Blutuntersuchung oder auch eine Echokardiographie herangezogen werden.

Ärzte empfehlen als Therapiemaßnahmen bei geringen Beschwerden im Zusammenhang mit einer Hypotonie beispielsweise Sport, Wechselduschen oder eine Umstellung der Ernährung. Dabei sollte auf die vermehrte Flüssigkeitszufuhr und die Erhöhung des Kochsalzgehalts der Nahrung geachtet werden.

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