Die Gefahr bei niedrigem Blutdruck

Wir hatten es bereits angeschnitten: Im Gegensatz zum zu hohen Blutdruck, der inzwischen auch von Laien durchaus als gefährlich eingestuft wird, werden die Folgen von niedrigem Blutdruck oftmals verharmlost oder ganz bei Seite geschoben. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Während mit zu hohem Blutdruck oftmals schwerwiegende Erkrankungen wie Herzinfarkte, Schlaganfälle usw. verknüpft werden, haben wir bei Betroffenen mit niedrigem Blutdruck in der Regel ein Bild von schlanken und gesunden Menschen im Kopf, den es lediglich etwas an Antrieb fehlt. Doch ist das wirklich richtig? Oder birgt ein niedriger Blutdruck eine größere Gefahr, als man auf den ersten Blick denkt?

Gefahrenquellen

Fakt ist, dass die durch den niedrigen Blutdruck hervorgerufenen Symptome allesamt Hilferufe des menschlichen Körpers darstellen. Trotzdem erkennt die Schulmedizin bis heute den zu niedrigen Blutdruck nicht als Krankheit an und verharmlost die Symptome. Dies steht im krassen Gegensatz dazu, dass von den Betroffenen die Auswirkungen des niedrigen Blutdrucks oftmals als sehr belastend für das ganze alltägliche Leben empfunden werden. Ständige Müdigkeit und Antriebslosigkeit münden nicht selten in Depressionen und in eine mögliche Gefahr, die dann sehr wohl eine ernstzunehmende Krankheit darstellen.

Ist der niedrige Blutdruck also doch gefährlich?

Der niedrige Blutdruck selbst eher nicht, vielmehr die daraus resultierenden Folgeerscheinungen. Immer wieder liest man in den Nachrichten Meldungen von Verkehrsunfällen, die sich ereignet haben, weil der Fahrzeugführer des betreffenden Fahrzeugs am Steuer einen Schwächeanfall erlitten hat oder ohnmächtig geworden ist. Nicht selten handelt es sich dabei um Menschen, die unter zu niedrigem Blutdruck leiden.

Schauen wir uns im Folgenden also einmal etwas genauer an, wie sich der niedrige Blutdruck äußert und wie groß die Gefahr dieser Symptome für den Betroffenen sind. Da ist zum einen die ständige Müdigkeit und Antriebslosigkeit. Aufstehen wird zu einer schwierigen Aufgabe und schon die einfachsten Tätigkeiten des alltäglichen Lebens fallen unsagbar schwer. Geht ein Betroffener zum Arzt, wird er oftmals mit flapsigen Bemerkungen und Ratschlägen bedeckt, etwa nach dem Motto: „Gehen Sie einfach etwas mehr an die frische Luft, dann wird alles gut!“

Doch es gilt zunächst einmal, den aus dem niedrigen Blutdruck resultierenden Teufelskreis zu durchbrechen, um letztendlich im wahrsten Sinne des Wortes etwas zu bewegen. Gelingt dies nicht, kann der niedrige Blutdruck schwerwiegende psychische und seelische Folgen nach sich ziehen. Nicht selten resultieren depressive Verstimmungen und sogar Depressionen aus einem eigentlich harmlosen zu niedrigen Blutdruck. In der Folge wird dann nicht die Ursache bekämpft, sondern lediglich an den Symptomen gearbeitet. Die Menschen werden mit Psychopharmaka ruhig gestellt, das Problem bleibt jedoch dauerhaft bestehen.

Ein niedriger Blutdruck kann auf ernsthafte Erkrankungen hinweisen

Bei vielen Menschen mit niedrigem Blutdruck liegt die Ursache in körperlichen Gegebenheiten bzw. in den Genen. Nicht selten hat genau derjenige einen niedrigen Blutdruck, dessen Eltern bereits unter dem gleichen Phänomen leiden. Auch die genannten körperlichen Voraussetzungen wie beispielsweise eine besonders große, schlanke Figur können dazu beitragen, den Blutdruck dauerhaft niedrig zu halten.

Es sind jedoch längst nicht nur diese Ursachen, welche für den niedrigen Blutdruck verantwortlich sind. Genau hier liegt die Gefahr. Viele Mediziner schicken Menschen mit niedrigem Blutdruck nach der Diagnose direkt nach Hause und reden ihnen ein, dass dies keine Krankheit sei und sie eben mit den Symptomen leben müssen. Dass der niedrige Blutdruck aber auch ein Hinweis auf ernsthafte und teilweise schwerwiegende Erkrankungen sein kann, wird hierbei oft nicht beachtet und beschreibt die Gefahr, die nicht erkannt wird. Und genau darum soll es nun gehen. Bleiben wir zunächst noch etwas bei den anlagebedingten Krankheiten - also jenen, die uns bereits mit dem Erbgut mitgegeben wurden. Gar nicht so selten wie vermutet anzutreffen ist hierbei die sogenannte Blutdruckfehlregulation. Dabei handelt es sich um eine körperliche Störung, bei der der Betroffene unter starken Schwankungen seines Blutdrucks leidet, weil dem Körper die Fähigkeit fehlt, diesen in einem ausreichend kurzen Zeitraum von selbst zu regulieren. Der Körper braucht also einfach länger, um den richtigen Blutdruck einzustellen, teilweise schafft er es auch überhaupt nicht.

weitere Ursachen

Ebenfalls eine nicht selten anzutreffende Ursache für niedrigen Blutdruck sind Herzerkrankungen aller Art. Hierbei kann es sich zum Beispiel um einen angeborenen Herzklappenfehler oder eine Herzmuskelschwäche handeln. In diesem Fall schafft es das Herz nicht, die volle Pumpleistung für das Blut zu erbringen, wodurch der Blutdruck sinkt. Herausgefunden werden können solche Störungen beispielsweise durch ein Belastungs- bzw. Langzeit-EKG, das entweder im Krankenhaus oder auch ambulant bei Ärzten durchgeführt werden kann.

Eine weitere Serie von Erkrankungen, die als Auswirkungen einen zu niedrigen Blutdruck nach sich ziehen können, sind die Gefäßerkrankungen. So gibt es in Deutschland eine relativ große Zahl von Menschen, die unter Venenschwäche leiden. Sie haben also zu schwache Venen, die den Blutfluss nicht selbsttätig durch ihre Bewegungen aufrechterhalten können, wodurch der Blutdruck in der Folge sinkt. Auch eine volle Herzleistung reicht in diesem Fall nicht aus, um den Blutdruck dauerhaft in einem akzeptablen Rahmen aufrechtzuerhalten.

Und schließlich bleibt auch noch das große Feld der Erkrankungen von Nerven bzw. des Hormonsystems. Hier sind insbesondere Funktionsstörungen der Schilddrüse sowie der Nebennieren zu nennen. So können beispielsweise Schilddrüsenüber- bzw. Unterfunktionen sowie die damit verbundene Einnahme von Hormonpräparaten dazu führen, dass als Nebenwirkung der Blutdruck negativ beeinflusst wird.

Weitere Ursachen für niedrigen Blutdruck

Wie wir gesehen haben, ist das Feld von ernstzunehmenden Erkrankungen, die sich in Form eines niedrigen Blutdrucks äußern, sehr groß. Schon aus diesem Grund sollte niemand den niedrigen Blutdruck auf die leichte Schulter nehmen, sondern zunächst abklären lassen, ob nicht eine andere Erkrankung als Ursache dahinter steckt.
Hier noch einige Ursachen in Kurzform, die als Auslöser für einen niedrigen Blutdruck gelten:

• Bakterien und Virusinfektionen
• Innere Blutungen oder starke Blutverluste nach einem Unfall, aber auch bei Geschwüren im Magen- und Darmbereich
• Dehydration durch Flüssigkeitsverlust bzw. starker Salzmangel (ausgelöst beispielsweise durch Fieber, Durchfall, Diabetes und Erbrechen)
• Veränderter Hormonhaushalt in einer Schwangerschaft
• Starker Alkoholkonsum und übermäßiger Tabakgenuss
• Nebenwirkungen von Medikamenten, zum Beispiel Antidepressiva, bzw. die übermäßige Einnahme von Medikamenten zur Blutdrucksenkung

Vorsicht!

Diese Liste soll ausdrücklich nicht abschließend sein. Es ist daher besonders wichtig, jeweils die individuelle Ursache für den niedrigen Blutdruck zu ermitteln. Es gibt dafür mittlerweile spezialisierte Fachärzte, die ein großes Repertoire an verschiedenen Untersuchungs- und Diagnosemethoden bereithalten. Auch besteht für Sie die Möglichkeit, mit einem eigenen Blutdruckmeßgerät Ihren Blutdruck ständig zu kontrollieren. Damit gehen Sie der Gefahr aus dem Weg, eine schleichende Erkrankung eventuell nicht zu erkennen.

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