Das Herz - Wie funktioniert es?

Mancher findet sein Herz nicht eher, als bis er - seinen Kopf verliert.

Friedrich Wilhelm Nietzsche (1844 - 1900)

Dieser Zitat von dem deutschen Philosoph weist ehe darauf hin, dass unser Herz ein Motor von Romantik ist. Ob das stimmt? Denn das Herz steht in Wirklichkeit nicht nur dann im Mittelpunkt, wenn man von seinen Gefühlen spricht, sondern vor allem, wenn es um lebenswichtige Funktionen unseres Körpers geht. Wie schafft es das Herz alle Organe und Blutgefäße eines menschlichen Körpers zu versorgen? Wo kommt Blutdruck her? Und welche Risikofaktoren können bereits bei kleinen Störungen eines Herzens hervorrufen? Wir erklären Ihnen wie das Herz funktioniert, welche Risiken für eine Herzerkrankung sprechen und warum.

Das Herz hat im Körper zwei zentrale Aufgaben :

  • Es sorgt dafür, dass das Blut in der Lunge Sauerstoff tanken kann.
  • Es pumpt das mit Sauerstoff beladene Blut in den Körper.

Dafür betreibt es zwei getrennte Pumpsysteme, die nebeneinander im Herzen liegen und von einer dünnen Wand (Herzscheidewand [Septum]), getrennt werden.

Dieser Vorgang lässt sich einfach mit dem folgenden Beispiel veranschaulichen:

-Abb./Animation Fußpumpe-
Mit dem Fuß drauf trennen -> Anspannungsphase (Systole)
Den Fuß hochheben -> Entspannungsphase (Diastole)

Damit das Blut immer in die richtige Richtung fließt und nichts verloren geht, besitzt das Herz Rücklaufventile, die Herzklappen. Man unterscheidet zwei Arten von Klappen: Segelklappen (liegen zwischen den Vorhöfen und den Herzkammern) und Taschenklappen (liegen an der Auswurfbahn der großen herznahen Arterien) .

Erstaunliche Fakten über das Herz

  • Ein menschliches Herz wiegt im Durchschnitt 250-300 g und pumpt 4.5 Liter Blut durch den Körper. Das Herz eines Blauwals wiegt etwa ½ Tonne und pumpt etwa 8.500 Liter Blut.
  • Ein Erwachsener hat vom Kopf bis zum Fuß rund 100.000 Kilometer Blutgefäße in seinem Körper, die vom Herzen versorgt werden müssen.
  • Ihr Herzschlag passt sich der Musik an, die sie hören. Bei langsamer Musik wird es ruhiger, bei rockiger Musik schlägt es schneller.
  • Da das Herz eigene elektrische Impulse erzeugt, kann es unabhängig vom Körper weiterschlagen (solange es ausreichend mit Sauerstoff versorgt ist).
  • Lachen ist gut für Ihr Herz. Forschungen haben ergeben, dass herzliches Lachen die Herzwände entspannt, was zu einer besseren Durchblutung führt.
  • Die erste Zelle des Herzens eines Embryos schlägt bereits seit der vierten Schwangerschaftswoche.
  • Das Herz erzeugt jeden Tag genug Energie um einen Lastwagen 32 km fahren zu lassen, bei einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 71 Jahren ergibt das eine Strecke bis zum Mond und zurück.

Risikofaktoren für Pathologie des Herz-Kreislauf-Systems

Nichtsdestotrotz soll man auf Herz und Kreislauf achten, denn zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland zählen Herz-Kreislauf-Erkrankungen (jährlich rund 350.000 Todesfälle durch z. B. Herzinfarkt, Herzinsuffizienz, etc.), wobei die Chancen einen akuten Herzinfarkt zu überlebe, seit dem Jahr 1998 um 40% gestiegen sind. Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden vielfach in Zusammenhang mit vermeidbaren Belastungen zum Beispiel durch Tabak- und Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Stress und Übergewicht gebracht, die auch als Hauptrisikofaktoren für Herz-Kreislauf-Krankheiten zählen.

Tabak- und Alkoholkonsum

Zigarettenkonsum ist sowohl für die Lunge als auch für Herz und Blutgefäße schädlich. Nikotin steigert die Herzfrequenz, den Sauerstoffverbrauch vom Herzen und hat eine vasokonstriktive (fachwörtlich für “verengende”) Wirkung auf die Blutgefäße. Durchs Rauchen entsteht ein erhöhter Widerstand, der eine Steigerung der Leistung des Herzens zum Anpumpen und der ausreichenden Versorgung des Körpers mit Sauerstoff und Nährstoffen erfordert. Ein weiteres Risiko ist die erhöhte Thrombosegefah, die bei Rauchern durch die Bildung von Blutgerinnseln begünstigt wird.

Durch regelmäßiges Trinken von Alkohol kann hoher Blutdruck hervorgerufen werden. Außerdem kann übermäßiger Alkoholgenuss Übergewicht begünstigen, da alkoholische Getränke reich an Kalorien sind.

Ungesunde Ernährung und Übergewicht

Von unserer Ernährung hängt der Cholesterinspiegel ab, denn wenn die Werte den “grünen” Bereich überschreiten, kommt es zu Ablagerung von Cholesterin an den Gefäßwänden. Solche Gefäßverengungen behindern den Blutfluss, dadurch entsteht die Gefahr der Bildung von Blutgerinnseln. Eine Ernährung reich an tierischen Fetten führt zu Übergewicht. Bei übergewichtigen Menschen muss das Herz stärker arbeiten, weil es mehr Körpermasse mit Blut versorgen muss. Meist habe Übergewichtige daher einen hohen Blutdruck (Hypertonie).

Bewegungsmangel

Durch eine niedrige Effizienz eines untrainierten Herzens muss sich das Herz mehr anstrengen und braucht pro Minute zum Pumpen von derselben Menge Blut 20 Schläge mehr. Wegen hoher Beanspruchung altert das Herz schneller. Um die Herzmuskulatur zu trainieren wird empfohlen Ausdauersport zu treiben, wie Schwimmen, Fahrradfahren, Walking, Jogging. Hier ist es wichtig darauf zu achten, wie hoch Ihre Pulsfrequenz während der Aktivitäten ist.

Achtung

Menschen mit chronischen Erkrankungen und/oder sonstigen Einschränkungen sollen Ihren Arzt um Rat fragen, bevor sie mit dem Training beginnen.

Stress

Stress verursacht nicht nur akutes Herzklopfen, sondern belastet auf lange sich die Herzfunktion. Typische Auslöser für den Alltagsstress sind zum Beispiel Lärm, Zeitdruck, Leistungsdruck oder Probleme in der Familie. In stressigen Situationen wird das vegetative Nervensystem aktiviert und Stresshormone werden vom Körper ausgeschüttet. Nach Bewältigung von solcher Situation normalisieren sich die Körperfunktionen wieder und es kommt zur Entspannung. Eine Anspannung der Herztätigkeit an veränderte Stoffwechselbedürfnisse erfolgt über den Sympathikus (Steigerung von Schlagfrequenz, Kontraktionskraft und Erregungsausbreitung) und den Parasympathikus (Verminderung von Kantrationskraft, Schlagfrequenz und Erregungsausbreitung).

Beim länger anhaltenden oder häufig wiederholenden Stress gerät die Balance zwischen Anspannung und Entspannung zunehmend aus dem Gleichgewicht. Dies führt zu typischen Warnsignalen wie erhöhte Nervosität und Reizbarkeit, nachlassende Konzentrationsfähigkeit, Steigerung der Herzfrequenz und des Blutdrucks.

8 wichtige Tipps für ein gesundes Herz

  1. Gesund essen und genug trinken
  2. Ausreichend bewegen, mehrmals in der Woche
  3. Auf optimales Körpergewicht achten
  4. Möglichst wenig Alkohol trinken
  5. Möglichst nicht rauchen
  6. Auf Blutdruck achten. Bei pathologischen Werten behandeln
  7. Diabetes behandeln
  8. Stress vermeiden
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1 Kommentare

  • Ulrich Grude 02. Aug
    Im zweiten Satz auf dieser Seite: 'Der weithin verbreiteten Meinung, dass das Herz "einfach nur Blut pumpt" steht eine vielzahl von Aufgaben, die das Herz unser ganzes Leben lang übernimmt.' fehlt ein Wort, z.B. das Wort 'entgegen'. Außerdem sollte das Substantiv 'Vielzahl' groß geschrieben werden.

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