Blutdruckmessung auch bei Tieren?

Ist eine Blutdruckmessung auch bei Tieren notwendig?

Es ist ein allgemeiner Irrglaube, zu denken, dass heute nur Menschen unter Hypertonie (Bluthochdruck) oder Hypotonie (niedriger Blutdruck) leiden. Auch Tiere begleitet dieses Krankheitsphänomen. Viele Menschen ignorieren diesen Fakt jedoch, kehren das Problem in eine Ecke oder wissen das nicht einmal.

Dabei haben Tiere grundsätzlich einen hohen Stellenwert unter Menschen. Vor allem deswegen weil heutzutage rund 30 Millionen Haustiere in Deutschland gehalten werden, mit Platz 2 hinter Russland. Wenn du ein Hunde-, oder Katzenbesitzer bist, und dir das Wohl deiner Haustiere am Herzen liegt, dann solltest du dir diesen Blog unbedingt durchlesen.

Warum sollst du bei deinem Haustier den Blutdruck messen?

Ein kontinuierlich hoher Blutdruck bei deinem Haustier ist ein deutlicher Hinweis auf eine Erkrankung. Gerade bei Hunden oder Katzen treten häufig Veränderungen des Blutdrucks aus. Dadurch kann die Lebensqualität, aber auch die Lebenserwartung des geliebten Tieres stark reduziert werden.

Folgende Erkrankungen können bei deinem Hund oder deiner Katze aufgrund eines anhaltenden Bluthochdrucks auftreten:

  • Cushing

Darunter wird normalerweise verstanden, dass die Hirnanhangdrüse oder die Nebenniere des Tieres einen Überschuss an Kortisol produziert. Die Folgen können von Hautveränderungen wie dünne, stumpfe Haut, Haarausfall oder Geschwüre, vermehrtes Trinken und Fresssucht, zu einem vergrößerten Bauchumfang oder Gewichtsverlust bis zu Muskelabbau oder Müdigkeit führen.

  • Diabetes mellitus

Der Körper produziert zu wenig Insulin. Dadurch entstehen Fress-, und Trinkanfälle und vermehrte Harnproduktion trotz eines raschen Gewichtsverlustes.

  • Nierenprobleme

Eine Nierenschwäche kann sich durch Fressunlust, starkem Durst und Erbrechen bemerkbar machen.

  • Hyperthyreose / Überfunktion der Schilddrüse

Gewichtsverlust trotz Aufnahme einer Nahrung, Durchfall bzw. Erbrechen bzw. Harnverlust, erhöhte Puls-, und Atemfrequenz und Aggressivität können hierbei auftreten.

  • Lebererkrankungen

Hier können neben bereits aufgezählten Problemen bezüglich des Fress-, und Ausscheidungsverhaltens, auch Müdigkeit, Fieber, Speichelfluss, Gelbsucht, Orientierungslosigkeit, Muskelzittern und Krämpfe in Erscheinung treten.

  • Herzerkrankungen

Ein Ruhebedürfnis, eine nachlassende Spielfreude und Belastbarkeit, schnellere Atmung bzw. Hecheln und mangelnder Appetit sind bei Herzproblemen meistens die Symptome bei Tieren. Bei Hunden kommen auch hustenartige Laute dazu.

Aber auch niedriger Blutdruck kann bei deiner Katze oder deinem Hund auftreten. Dies geschieht vorwiegend in der Veterinärmedizin. Bei Narkosen oder bei Sedationen oder aber auch eingeschränkter Funktionsfähigkeit des Herzens, kann der Blutdruck des Tieres jedoch leicht überprüft werden. Daher ist für dein Tier zu Hause besonders ein hoher Blutdruck gefährlich, da dies in deiner Verantwortung liegt.

Als Hundebesitzer sollte man auch nicht vergessen für das Tier zu sorgen (Foto: -Sina- / pixabay.com).

Wie entsteht Bluthochdruck bei Tieren und wie kannst du bei deinem Haustier einen Bluthochdruck erkennen?

Durch bestimmte Anzeichen wie erhöhten Wasserbedarf, ein stumpfes Fell, vergrößerte Pupillen oder nachlassende Aktivitäten kannst du normalerweise erkennen, dass bei deinem Haustier etwas nicht stimmt.

Außerdem sollte bei Katzen der Blutdruck immer zwischen 124/84 mmHg liegen und bei Hunden ist der Normbereich bei 133/75 mmHg angesiedelt. Letzteres, hängt jedoch stark von der jeweiligen Hunderasse ab. Deswegen empfehlen wir, den Blutdruck deines geliebten Haustieres mindestens einmal im Jahr zu überprüfen. Der Mittelwert des Blutdrucks, sollte dann aus drei Blutdruckmessungen errechnet werden um Aussagen über den Gesundheitszustand des Hundes oder der Katze zu treffen.

Wenn dein Tier bereits krank ist, solltest du sogar häufiger als einmal im Jahr den Durchschnittswert des Blutdrucks ermitteln. Nieren-, Leber-, und Herzerkrankungen, Diabetes und eine Schilddrüsenüberfunktion, können nicht nur durch Bluthochdruck entstehen, sondern können nämlich genauso der Ausschlag für einen erhöhten Bluthochdruck sein.

blutdruck auch bei katzen messenDaneben gilt auch Stress und Übergewicht als ein Risikofaktor für Bluthochdruck. In manchen Fällen können ebenso Medikamente, Hormone und Schmerzen den Blutdruck der Tiere in die Höhe schnellen lassen.

Denn auch von Katzen ist der Gesundheitszustand nicht zu überschätzen (Foto: achmadbiz / pixabay.com).

Wie führst du eine Blutdruckmessung bei deinem Haustier durch?

Es gilt zwischen zwei Methoden zu unterscheiden um den Blutdruck bei Tieren zu messen. In der Praxis werden gerne indirekte Verfahren mit Blutdruckmessgerät durchgeführt, da sie leichter durchzuführen und weniger risikoreich sind.

Das indirekte Verfahren erfolgt so: Der Tierarzt legt eine aufblasbare Manschette um ein Bein oder den Schwanz des Tieres. Dabei unterbricht die Manschette für kurze Zeit den Blutfluss. Darauffolgend reduziert der Tierarzt den Druck der Manschette immer mehr und kontrolliert dabei wie das Blut wieder zurückströmt. Ein Manometer zeigt hierbei den Blutdruckwert an.

Die direkte Blutdruckmessung sieht wieder anders aus: Hierbei wird der Blutdruck ermittelt, indem eine Nadel oder ein mit Flüssigkeit gefüllter Katheter in eine Arterie des Tieres eindringt. Weil diese Methode für das Tier viel unangenehmer ist als die indirekte Methode und auch mit mehr Risiken verbunden ist, kommt dieses Verfahren in einer Praxis nicht zur Anwendung. Alleinig bei Notfallsituationen, wird die direkte Methode verwendet.

Um den Blutdruck deines Tieres korrekt durchzuführen, ist es wichtig, dass das Tier nicht zu nervös ist. Deswegen hilft es, dem Tier einige Minuten Zeit zu geben sich vor der Messung an die neue Umgebung zu gewöhnen. Mitunter sollte deine Katze oder dein Hund ohne Druck etwas fixiert werden. Ob das Tier während der Blutdruckmessung sitzt oder liegt, ist aber ganz egal. Um gute Mess-Ergebnisse zu erzielen, sollte die gleiche Messung drei oder fünfmal hintereinander gemacht werden.

Gibt es Risiken bei der Blutdruckmessung deines Tieres?

Ob ein Risiko bei der Messung zu Stande kommt, hängt grundsätzlich mit der Methode der Blutdruckmessung zusammen.

Jein. Wenn die indirekte Methode verwendet wird, dann gibt es soweit keine Risiken. Die direkte Blutdruckmessung jedoch, ist mit Risiken verbunden da hierbei die Arterie durchstochen wird. Blutungen, Blutergüssen oder Infektionen können auftreten.

Kannst du den Blutdruck deines Tieres auch selbstständig zu Hause messen ohne zum Tierarzt zu gehen?

Mittels indirekter Methode in der Regel, ja. Jedoch solltest du dies zuerst mit deinem Tierarzt besprechen. Dieser kann dir wertvolle Hinweise zur Durchführung geben und dich auch bei dem richtigen Blutdruckmesser beraten.

Wir alle wissen, dass ein regelmäßiger Besuch beim Tierarzt teuer werden kann. Schon eine Blutdruckmessung alleine, kann ungefähr 10 Euro kosten. Wenn das vermieden werden soll, aber die Gesundheit des Tieres trotzdem wichtig ist, raten wir, ein eigenes Blutdruckmessgerät für Hunde oder Katzen zu kaufen.

Zusammengefasst: Blutdruckmessungen können nicht nur bei Menschen, aber ebenso bei Tieren durchgeführt werden.

Meistens wird zur Blutdruckmessung deiner Katze oder deines Hundes eine Tierarztpraxis aufgesucht. Wenn dir das aber zu umständlich ist und du das Gefühl hast, dein Tier gut im Griff zu haben, kannst du nach Rücksprache mit deinem Tierarzt auch eine Messung zu Hause durchführen.

Um ein gutes Blutdruckmessgerät für dein Tier zu erwerben, solltest du deinen Tierarzt um Rat fragen. Bei der Messung an sich ist darauf zu achten, dass dein Tier nicht allzu nervös ist, sich vorher mit der Umgebung vertraut machen kann und ruhig sitzt oder liegt.

Quellen:

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