Niedriger Blutdruck – Hypotonie

Niedriger Blutdruck

Niedriger Blutdruck kann viele unterschiedliche einzelne Ursachen, aber auch eine Kombination aus mehreren Gegebenheiten haben. Körperliche Beschwerden oder falsche Ernährung sind durchaus in der Lage, Einfluß auf die Blutdruckwerte zu nehmen. Dabei sind auch nicht immer nur ältere Menschen betroffen, sondern auch immer mehr junge Leute und auch Teenager. Aber wann genau hat man denn niedrigen Blutdruck?

junge frau mit niedrigem blutdruckSobald der Blutdruck unter 105 zu 65 mmHg liegt, ist üblicherweise von niedrigem Blutdruck (Hypotonie) die Rede. Allerdings ist dieser Grenzwert leicht variabel: Vielen Medizinern gelten auch 100 mmHg systolisch und 60 mmHg diastolisch als Grenzwerte. Verschiedene Nahrungsmittel oder das Rauchen sind Dinge, die den niedrigen Blutdruck noch niedriger werden lassen, was dann am Ende zu gefährlichen Blutdruckwerten führen kann.

Schlechte Blutdruckwerte bringen die betroffenen Personen dazu sich zu beklagen, wenn Symptome wie Schwindel, Müdigkeit oder Ohrensausen auftauchen. Die am häufigsten betroffene Personengruppe sind junge, sehr schlanke Frauen. In den wenigsten Fällen ist es durch eine ernsthafte Erkrankung verursacht. Außerdem hat Blutdruck der zu niedrig ist, im Gegensatz zu hohem Blutdruck, keine negativen Auswirkungen auf die menschlichen Gefäße und Organe. Nichtsdestotrotz sollte der Druck ärztlich untersucht werden, um eventuelle Krankheiten auszuschließen und gegebenenfalls Maßnahmen zu ergreifen.

Wenn Sie schlechte Werte haben, darf man das nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern dieser sollte ständig durch eine Blutdruckmessung kontrolliert werden.

Was sind die Gründe?

Der menschliche Blutdruck funktioniert einerseits aufgrund des Zusammenspiels von Blutvolumen und Hormonangebot und andererseits (kurzfristig) durch den Kreislaufreflex. Letzterer sorgt für die Durchblutung der einzelnen Organe, indem die sogenannten Barorezeptoren (Drucksinneskörperchen) eine kurzfristige Anpassung des Blutdrucks bewirken. Die Barorezeptoren können sowohl eine Druckänderung als auch die Geschwindigkeit einer Änderung feststellen und diese anschließend dem vegetativen Nervensystem mitteilen.
Normalerweise übernimmt es das vegetative Nervensystem, ein Signal zu senden, das den Blutdruck erhöht, um beim Aufstehen Schwindel und andere Beschwerden zu vermeiden.

Bei Personen, die Blutniederdruck haben, zeigt das gegebene Signal nur mangelhafte Wirkung. Wenn der zu niedrige Blutdruck mit Krankheiten zusammenhängt noch Beschwerden hervorruft, ist keinerlei Therapie erforderlich. Im Grunde genommen hat jeder mit dauerhaft niedrigen Blutdruckwerten Anlass zur Freude, da der Blutdruck zumeist mit einer längeren Lebenserwartung einhergeht.
Schlechte Werte bereiten den Betroffenen nur Probleme, wenn es zu typischen Symptomen wie Sehstörungen, Schwindel oder gar zur Ohnmacht kommt. Ein ernsthaftes Risiko ist die relativ große Wahrscheinlichkeit, sich beim Sturz in Zusammenhang mit einer Ohnmacht zu verletzen. Jeder Hypotoniker, der zur Ohnmacht neigt, sollte deshalb Maßnahmen ergreifen, die den Blutdruck stabilisieren. Es geht immerhin um seine Gesundheit. Und an seiner eigenen Gesundheit sollte jedem Menschen etwas liegen.


Tipps – was hilft wirklich?

  • regelmäßiger Sport wie Joggen, Radfahren oder Schwimmen
  • nur leichtes Krafttraining!
  • Flüssigkeit (mind. 2 Liter Wasser oder Tee pro Tag!)
  • ausgewogene Ernährung (Vitamine & Mineralien)
  • morgendliche Wechselduschen

Tipps – was soll man vermeiden?

  • längeres Stehen oder Sitzen
  • kein schnelles Aufstehen
  • Nikotin und Alkohol

Maßnahmen und Hilfen

An erster Stelle der geeigneten Maßnahmen gegen niedrigen Blutdruck steht regelmäßig betriebener Sport. Bestens geeignet sind Ausdauersportarten wie Joggen, Radfahren und Schwimmen, die mehrmals wöchentlich ausgeübt werden sollten. Davon abgesehen tut ein leichtes Krafttraining Körper und Geist gut. Extrem wichtig sind natürlich auch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr (wenigstens zwei Liter Mineralwasser oder ungesüßten Tee täglich) und eine ausgewogene Ernährung (ausreichend Vitamine und Mineralien). Obgleich von vielen als unangenehm empfunden, eignen sich morgendliche Wechselduschen hervorragend, um den Kreislauf in Schwung zu bringen.

Optimal ist der Wechsel von kalten Güssen mit Wassertemperaturen zwischen 10 und 15 Grad Celsius und warmen Güssen zwischen 36 und 38 Grad Celsius. Ausreichend ist ein zwei- bis dreimaliger Wechsel, wobei immer mit kaltem Wasser abzuschließen ist. Ergänzen lassen sich Wechselduschen durch Bürstenmassagen, die stets in Richtung Herz ausgeführt werden sollten. Damit lässt sich ständig niedriger Blutdruck schon auf längere Sicht erhöhen.Niedriger Blutdruck wird gemessen

Niedriger Blutdruck – worauf besser verzichten?

Niedriger Blutdruck – was sollte man lieber vermeiden? Hypotoniker sollten unbedingt Situationen meiden, die mit einem Versacken des Blutes in den Beinen einhergehen. Durch längeres Stehen oder längeres Sitzen kann der Blutdruck rapide absinken; schnelles Aufstehen lässt das Blut versacken und es kommt zu einer Mangeldurchblutung des Gehirns. Die hieraus resultierenden Symptome reichen von leichtem Schwindel über Sehstörungen bis hin zur Ohnmacht. Verhindern lässt sich eine Ohnmacht und der mit ihr zusammenhängende Sturz nur, wenn der Betroffene beizeiten reagiert und sich hinsetzt oder hinlegt. Damit das Blut wieder ungehindert zurückfließen kann, sind die Beine hochzulegen.

Und die Wert schaffen hinsichtlich der Genussmittel Nikotin und Alkohol das, was auch für hohen gilt: Auf Tabak und alkoholische Getränke ist nach Möglichkeit zu verzichten, da beide Blutdruckschwankungen mit sich bringen und generell gesundheitsschädlich sind. Selbst das oftmals empfohlene Gläschen Sekt am Morgen sollte man lieber auslassen. Zwar bewirkt der Alkohol kurzfristig einen höheren Blutdruck, aber nach einer Weile ist das genaue Gegenteil der Fall. Niedriger Blutdruck wird dann gefährlich, da sich die Blutgefäße erweitern und das Blut versacken kann. Ähnliches gilt für Cola und Energydrinks, die auch nur kurzfristig für Schwung sorgen.

Wann beginnt die Gefahr

Wie bereits kurz in der Einleitung beschrieben, sprechen Mediziner von niedrigem Blutdruck, sobald die Werte höchstens 105 mmHg systolisch und 65 mmHg diastolisch betragen. Üblicherweise gelten für Frauen niedrigere Werte als für Männer: Der obere Wert von Frauen liegt demnach bei unter 100 mmHg, der von Männern hingegen bei weniger als 110 mmHg. Der untere Wert wird für Frauen mit Hypotonie auf unter 60 mmHg und für Männer auf weniger als 70 mmHg beziffert. Der jeweils höhere Wert, der systolische Blutdruck, ist dann festzustellen, wenn sich das Herz zusammenzieht: Das Blut wird zu diesem Zeitpunkt in die Arterien gepumpt.

Die Durchblutung sämtlicher Organe, nicht zuletzt des Gehirns wird maßgeblich vom systolischen Blutdruck vorgegeben. Deshalb macht sich niedriger Blutdruck vor allem durch Sehstörungen, Ohrensausen und Schwindel bemerkbar. Der niedrige Wert, der diastolische Blutdruckwert, entsteht dann, wenn das Herz wieder erschlafft. Der diastolische Blutdruckwert spielt eine eher untergeordnete Rolle, was die Versorgung der Organe betrifft. Blutdruck-Normalwerte sind zwar stets in Zusammenhang mit Geschlecht und Alter zu betrachten, grundsätzlich gelten aber systolische Werte zwischen 120 und 129 mmHg sowie diastolische Werte von 80 bis 84 mmHg als normal.

Wer zuhause ein geprüftes Gerät zur Blutdruckmessung hat, kann selbst feststellen, ob er niedrigen Blutdruck hat. Aussagekräftig ist vor allem das Prüfsiegel, das die Deutsche Hochdruckliga nach einem eingehenden Gerätetest verleiht. Vorwiegend handelt es sich mittlerweile um digitale Geräte, die am Oberarm oder am Handgelenk anzubringen sind. Entscheidend für ein korrektes Messergebnis ist, dass der Messpunkt möglichst auf gleicher Höhe mit dem Herzen liegt. Während dies bei einer Messung am Oberarm automatisch der Fall ist, sollte der Unterarm auf entsprechende Höhe gebracht werden.

Zweckmäßig ist es, den Ellenbogen abzustützen und den Unterarm ein wenig anzuheben. Prinzipiell kann der Blutdruck sowohl am linken als auch am rechten Arm gemessen werden. Jedoch sollte der Arm gewählt werden, der den höheren Blutdruck aufweist. Herausfinden lässt sich dies, indem die ersten Messungen an beiden Armen vorgenommen werden. Ergibt ein Vergleich tatsächlich höhere Blutdruckwerte für einen der Arme, sind künftig an diesem Arm die Messungen durchzuführen. Die regelmäßige Messung an über den Tag verteilten Zeitpunkten gibt darüber Auskunft, wann die Blutdruckwerte am höchsten und am niedrigsten sind. Sind in der Blutdruckwertetabelle nahezu ausschließlich Werte um 105/65 mmHg oder darunter eingetragen, liegt eine Hypotonie vor. (Arterielle Hypotonie bei Wikipedia)

Was sind typische Blutdruck Symtome bei Patienten?

niedriger blutdruck kopfschmerzenBei niedrigem Blutdruck handelt es sich entweder um einen primären oder um einen sekundären Zustand. De facto hat niedriger Blutdruck überwiegend keine speziellen Ursachen, sondern ist mit erblichen Faktoren, Umwelteinflüssen oder Infekten zu begründen. Auffallend viele junge, recht schlanke Menschen sehen sich mit mageren Blutdruckwerten konfrontiert. Diese primäre Hypotonie wird auch als konstitutionelle bezeichnet, da sie mit der körperlichen Verfassung zusammenhängt.

Sinkt der Blutdruck bei den betroffenen Menschen sehr schnell ab, resultiert nicht selten ein Kollaps. Normalerweise dauert eine Ohnmacht nur einige Sekunden. Beträgt die Dauer mehr als eine Minute, sollte auf jeden Fall ein Arzt gerufen werden, da längere Bewusstlosigkeit schwere gesundheitliche Schäden hinterlassen kann. Liegt für den Zustand eine bestimmte Ursache vor, handelt es sich um eine sekundäre Hypotonie. Als Krankheiten, die zu Blutniederdruck führen, zählen insbesondere Erkrankungen, die Herz und Kreislauf betreffen sowie Schilddrüsenunterfunktionen. Jedoch können auch einige Medikamente und Flüssigkeitsverluste eine Hypotonie bedingen. Wie bereits eingangs beschrieben, gibt es sowohl Personen, die kaum Beschwerden aufgrund eines niedrigen Blutdrucks haben, als auch Menschen, die recht deutliche Symptome aufweisen. Bei Frauen, die ein Kind erwarten, ist während des ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittels ein leichter Abfall des Blutdrucks normal. Um sicherzustellen, dass die Plazenta ausreichend durchblutet ist, sind engmaschige Blutdruckmessungen bei allen Schwangeren wichtig, die ohnehin zu Hypotonie neigen. An dieser Stellen wäre dann eine Behandlung des Patienten durch einen Facharzt sinnvoll.

Die orthostatische Hypotonie ist eine Sonderform des zu niedrigen Blutdrucks. Eigentliche Ursache ist eine gestörte Blutdruckregulation: Der rasche Wechsel von einer liegenden oder sitzenden Position in eine stehende Position bringt einen vorübergehenden Blutdruckabfall mit sich. Gerade bei Menschen ab 65 Jahren tritt diese Form der Hypotonie vermehrt auf. 13 bis 30 Prozent der Senioren sind von dieser Spezialform betroffen, allerdings kommt es nur etwa bei jedem Neunten zu Symptomen wie erheblichen Sehstörungen oder Kollapsen.

Ohnehin ist der menschliche Körper mit zunehmendem Alter weniger imstande, den Blutdruck rechtzeitig zu regulieren, wenn die Lage verändert wird. Hinzu kommen altersabhängige Krankheiten (zum Beispiel Diabetes), die ebenfalls eine orthostatische Hypotonie begünstigen können. Schließlich sind noch mehrere Medikamente (insbesondere Mittel gegen Bluthochdruck) zu nennen, die die Blutgefäße erweitern. Bei regelmäßiger Einnahme derartiger Medikamente hat es der Körper umso schwerer, die Gefäße bei Bedarf wieder zu verengen. Blutdrucksenkende Mittel der Klasse Diuretika verringern den Wasseranteil im Blut, sodass ein geringeres Blutvolumen resultiert. Hierdurch hat es der Kreislauf nun schwerer, korrekt zu funktionieren.

Es gibt natürlich auch Ursachen von niedrigem Blutdruck, die aus medizinischer Sicht nicht erklärbar sind. Niedriger Blutdruck kann aber auch eine Veranlagung als Grund haben  wie z.B. auch Blutdruckfehlregulationen. Gefäßerkrankungen wie das Aoertenbogensyndrom oder eine Chronisch-venöse Insuffizienz. Niedriger Blutdruck wird zudem noch verstärkt durch Infektionskrankheiten wie Bakterien- oder Virusinfektionen oder Salzmangel durch hohen Flüssigkeitsverlust (zu viel Sport – zu wenig trinken).

Fazit: Jeder, der gegen Bluthochdruck und/oder andere Beschwerden ein Diuretikum einnimmt, sollte sich einer Behandlung unterziehen. Kontaktieren Sie den behandelnden Arzt und weisen Sie ihn auf Symptome wie häufigen Schwindel hin. Entweder ist es möglich, ein anderes Medikament zu verschreiben oder zusätzliche therapeutische Maßnahmen zu ergreifen – wie zum Beispiel regelmäßig betriebener Sport. Abgesehen von Sport kommt der richtigen Ernährung im Fall von Blutniederdruck, aber auch im Fall von Bluthochdruck, eine besondere Bedeutung zu. Insbesondere dann, wenn die Symptome, die ein nicht idealer Blutdruck mit sich bringt, relativ schwer sind, sollte man bereit sein, die bisherige Lebensweise zu korrigieren. Herz und Kreislauf zuliebe ist nicht zuletzt auf eine vollwertige Ernährung mit viel Gemüse und Obst zu achten. Und selbst diejenigen, die eigentlich wenig von Sport halten, sollten sich allmählich an zwei- bis drei sportliche Aktivitäten pro Woche gewöhnen.

Wenn Sie über längere Zeit Blutdruckschwankungen bemerken, sollten Sie diese auch regelmäßig messen. Wir haben für Sie ein paar Eckdaten zu geeigneten Blutdruckmessgeräten gesammelt, die wir Ihnen hier zeigen. (Link: empfohlene Blutdruckmessgeräte). Diese Geräte sind alle für den Heimgebrauch geeignet und liefern alle die Daten, die uns interessieren und informieren. Für weitergehende Untersuchungen, sollten Sie den Hausarzt befragen.
was tun bei niedrigem blutdruck